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Vom Balkan zum Nordkap

Nicht noch ein Reiseblog…

Reiseblogs gibt es wie Sand am Meer. Oder Steine im Gebirge, Bäume im Wald – sucht euch einen Vergleich aus. Genauso viele Weltenbummler, Instatraveller, Globetrotter und Vanlifer hat die Welt online wie offline zu bieten. 

Warum wir das trotzdem machen? Ganz einfach, weil es Spaß macht. Das Reisen genauso wie das Bloggen. Wir sind wahrscheinlich nicht anders oder außergewöhnlicher als all die anderen Reisenden und Blogger. Aber wir haben „a mords Gaudi“, wie man in Österreich sagt. Und darauf kommt es doch an, oder?

Seit ein paar Wochen sind wir also sogenannte Vanlifer. Das heißt wir leben und reisen in einem Van, einem Campingbus. In den meisten Fällen sind diese Vehikel selbstgebaut und ähneln mal mehr, mal weniger, einem kleinen Haus auf Rädern. In unserem Fall handelt sich um einen VW T5  (für alle, die sich nicht auskennen: Ein typischer VW-Transporter, Baujahr 2014), den wir natürlich, da lassen wir uns nichts nachsagen, auch selbst ausgebaut haben. Zugegebenermaßen hat vor allem einer von uns gebaut und die andere moralische Unterstützung geleistet, aber ich habe in dem Prozess immerhin gelernt, was eine Torx-Schraube ist und wie sich eine Stichsäge von einer Flex unterscheidet. 

Unser Bus (nein, er hat keinen Namen) verfügt über eine Solaranlage, eine Standheizung, eine Dusche mit warmem Wasser, ein Bücherregal und eine Couch/Bett-Kombi.  Wir wollen sowohl im Sommer als auch im Winter möglichst autark unterwegs sein. Eine kleine Führung durch unseren Bus, unter Vanlifern nennt man das „Roomtour“, könnt ihr hier anschauen.

Ob wir wirklich einen geländetauglichen Bus mit Allradantrieb brauchen, habe ich am Anfang etwas bezweifelt. Das schien mir für die europäischen Straßen, auf denen wir uns hauptsächlich bewegen werden, etwas übertrieben. Diese Meinung habe ich schon nach drei Tagen revidiert. In Slowenien, unserem ersten Reiseziel, ist Wildcampen und Freistehen strikt verboten. Um den Kontrollen und damit hohen Strafzahlungen zu entgehen, haben wir uns Stellplätze gesucht, die möglichst schwer mit dem Auto erreichbar sind. Der schöne Nebeneffekt: Wir waren allein in der Natur, hatten Ruhe und viel Grün um uns herum. 

Trotzdem ist die Stellplatzsuche, da bin ich jetzt bereits überzeugt, gerade hier in Südost-Europa eine der härtesten Herausforderungen. In Kroatien zum Beispiel haben wir es uns gar nicht getraut. Erst recht nicht am Meer, wo man kaum eine Chance hat, ungesehen irgendwo stehen zu bleiben.

Wir sind sicherlich nicht blauäugig in unser Vanlife-Projekt gestartet. Uns ist bewusst, dass es Schwierigkeiten und Herausforderungen geben wird, die über die Stellplatzsuche hinaus gehen. Wir könnten bestohlen werden, einen Unfall haben oder uns tierisch auf die Nerven gehen. Aber wir können auch morgens in der eiskalten Soca baden, abends beim Spazierengehen die Glühwürmchen beobachten und einfach da bleiben, wo es uns gefällt. Wir haben immer ein leichtes Chaos um uns herum und wir verbringen sehr viel Zeit damit, Dinge zu suchen und hin und her zu räumen. Aber wir könnten auch lernen, mit ganz wenig auszukommen und kleine alltägliche Dinge wieder neu schätzen lernen (zugegeben, ich hatte gerade die erste Haarwäsche seit 6 Tagen und es fühlt sich toll an!). 

Denn das echte Vanlife ist bestimmt nicht so, wie es uns Instagram präsentiert. Aber ich finde, dass genau das das Spannende daran ist.

Glutenfrei reisen – wie geht das?

Mathias hat Zöliakie, d.h. er verträgt kein Gluten. Nicht in der Hipster-ich-ess-das-nicht-weil-es-gerade-in-ist-Variante, sondern es geht ihm sehr schlecht, wenn er auch nur kleine Mengen Gluten zu sich nimmt. Leider findet sich das Klebeeiweiß Gluten in vielen Nahrungsmitteln, vor allem Grundnahrungsmitteln wie Brot oder Nudeln. Fast jedes Getreide enthält Gluten, der Verzicht ist für die Betroffenen eine große Herausforderung. Wenn man, so wie wir, monatelang reist, verkompliziert sich für Zöliakie-Patienten die Ernährung noch mehr. Hier erzählt Mathias, wie er das meistert und gibt Tipps zum glutenfreien Reisen.

Wie ernährst du dich unterwegs?

Morgens esse ich meist glutenfreie Haferflocken, von denen wir einen halben Sack aus Österreich mitgebracht haben. Zwischendurch zum Jausen (dt. vespern) glutenfreies Brot, und ansonsten viel Reis oder Eintöpfe mit Linsen oder Kichererbsen. Eigentlich ernähre ich mich nicht sehr viel anders als daheim, aber es beschränkt sich eher auf die einfachsten Gerichte, weil wir oft nicht großartig kochen können. Glutenfreie Nudeln mit Pesto ist ein Klassiker. 

Wie klappt es, auf 3 Quadratmetern mit jemandem, der Gluten isst? Wie organisiert man sich?

Die andere Person muss Rücksicht nehmen und wissen, was es für Auswirkungen hat, wenn sie nicht gut aufpasst. Man muss super organisiert sein, man muss streng trennen und alles gesondert verpacken und aufbewahren. Wenn man z.B. beim Jausen Brot schneidet, muss man aufpassen, dass man nicht so viel bröselt oder noch Brot mit Gluten am Toaster klebt. Es ist schon alles komplizierter, aber mit Rücksicht geht’s. Schritt für Schritt wird man dann strukturierter und lernt, welcher Ablauf beim Kochen und Essen am besten funktioniert.

Wo bekommt man unterwegs glutenfreie Lebensmittel?

Bisher hat es in vielen Ländern, in denen wir waren, dm gegeben, da bekommt man eigentlich immer eine Auswahl. Und ansonsten in den großen Städten. Generell sollte man, wenn man Zöliakie hat, die größtmöglichen Supermärkte ansteuern, die es gibt. Die haben oft glutenfreie Produkte und manchmal sogar günstiger als bei uns. Ich hab zum Beispiel in einem Supermarkt in Serbien glutenfreie Nudeln für 1,40 Euro pro 400 Gramm gefunden – das ist genial billig. Da lohnt es sich, sich mal durchzuprobieren. 

Hin und wieder haben aber auch kleinere Geschäfte, bei denen man es nicht unbedingt erwartet hätte, ein minimales Sortiment an glutenfreien Sachen.

In welchem Land war es für dich bisher am einfachsten? Und am schwersten?

Am schwierigsten war es bisher in Montenegro, auch weil es sehr teuer war. Am leichtesten war es in Kroatien, da gab es wirklich viel Auswahl.

Welche Situationen sind besonders herausfordernd und wie löst du sie?

Gassparend zweierlei Nudeln auf einem Gaskocher kochen. Wir haben einen Topf und eine Flamme. Daher koche ich erst meine glutenfreien Nudeln, fische sie aus dem Wasser, und damit kann man dann die anderen Nudeln kochen. Das ist etwas umständlich, aber generell gilt bei solchen Problemen: Immer erst alles, was glutenfrei ist, fertig herrichten. Und wenn das auf meinem Teller ist, kann der andere machen, was er will und es gibt keine Kreuzkontamination mehr. Am einfachsten ist es natürlich, wenn der andere auch glutenfreie Nudeln isst, das ist auf Dauer aber ziemlich teuer und man weiß nie, wann und wo man seine Vorräte wieder auffüllen kann.

Wie ist es mit glutenfrei essen gehen?

Das ist eigentlich immer ein Problem, zuhause wie auch im Ausland. Wenn man die Landessprache beherrscht, ist es natürlich einfacher. Jemandem, der einen kaum versteht, zu erklären, dass man Zöliakie hat, ist fast unmöglich. Die meisten kennen das nicht. Idealerweise hat man die Sätze schon bereit und kann erklären, was das Problem ist. Mehl, Gluten – das sind Worte, die man können sollte. Der Keller muss wirklich verstehen, dass kein Gluten im Essen sein darf.

Oder man informiert sich vorher, welche Speisen in dem Land glutenfrei sind. Meistens sind es gegrillte Sachen, Fleisch allgemein geht ganz gut, oder Gemüse oder Kartoffeln. Um auf Nummer Sicher zu gehen, muss man eben viel kommunizieren.

In Novi Sad, in Serbien, haben wir einmal einen Burgerladen gefunden, wo der Kellner wirklich kompetent geantwortet hat. Da hatte ich dann auch keine Bedenken und es hat super gepasst und geschmeckt.

Welche Tipps hast du für andere Zöliakie-Patienten, die monatelang unterwegs sein wollen?

Je nachdem, wie sie reisen: Bunkert so viel, wie möglich! Idealerweise Sachen mit langer Haltbarkeit. Informiert euch vorher, was man wo kaufen kann. Und ansonsten keine Panik: Reis, Mais und Kartoffeln sollten bei jedem Zöliakie-Patienten auf der Speisekarte stehen und das bekommt man überall. Außerdem die Reiseroute so legen, dass man hin und wieder durch größere Städte kommt, wo man auffüllen kann.

Gibt es etwas, das dir total fehlt, seitdem du unterwegs bist?

Kaierschmarrn! Aber vor allem fehlt es mir, sofort auf das zugreifen zu können, auf das ich Lust habe. Durch den begrenzten Platz hat man nicht immer alles dabei und gerade bei glutenfreien Sachen kann es dauern, bis man etwas wieder bekommt.

Vom Transporter zum Zuhause

Viel Energie, Zeit, Nerven und ja, auch Euros, sind in den Ausbau von unserem Bus geflossen. Aber für uns hat sich das schon hundert Mal ausgezahlt.

Vollrausch in Serbien

Die Ränder der Straße verschwimmen vor meinem Blickfeld. Ich kneife die Augen zusammen und starre angestrengt geradeaus, um die Fahrbahn besser erkennen zu können. Wenn man die holprige und von Schlaglöchern übersäte Piste, über die ich den Bus gerade lenke, überhaupt als Fahrbahn bezeichnen kann. Zum schlechten Straßenzustand kommt hinzu, dass ich in diesem Moment zugegebenermaßen ziemlich betrunken bin. 

Es ist früher Nachmittag und wir sind vor ungefähr zwei Stunden im Tara Nationalpark in Serbien angekommen. In der Kafane am Dorfplatz haben wir Andi kennen gelernt, einen Bosnier, der in Graz lebt und hier in einem Bergdorf sein „Vikend-Haus“ hat. Gedrungen, bullig, mit Muscle-Shirt, aus dem das lockige Brusthaar quillt und breiter Silberkette um den Hals entspricht er dem Klischee des Mannes vom Balkan. Seine Frau Mira daneben ist blond, schlank und sportlich gekleidet. Die beiden haben uns, in typisch balkanesischer Gastfreundschaft, angeboten, unseren Camper heute Nacht vor ihrem Haus zu parken. Im Restaurant in seinem Dorf gäbe es auch WLAN, hat Andi versprochen, und wenn nicht, könnten wir gern seins benutzen. Darüber bin besonders ich sehr erleichtert, denn ich muss meine Kolumne an die Zeitung schicken und bin schon den ganzen Tag auf der Suche nach Internet. Bevor wir in sein Dorf fahren, haben wir uns in die Kafane (die Miras Bruder gehört) gesetzt und Andi hat für mich Bier und für Mathias, der kein Bier verträgt, einen regional typischen Schnaps bestellt. Auf leeren Magen war mir der halbe Liter eine zu große Herausforderung, aber da ich unseren Gastgeber nicht vor den Kopf stoßen wollte, habe ich schnell ein warmes Sandwich mit viel Käse und Fett dazu geordert. Mathias allerdings hatte nicht die Möglichkeit, den Alkohol mit einem glutenfreien Mittagessen aufzusaugen, und kaum waren unsere Gläser leer, hatte Andi bereits die nächste Runde bestellt. Unsere Einwände, einer von uns müsse fahren, wurden mit dem Satz: „Ach, hier gibt es keine Polizei, alles egal!“, weggewischt. Als wir schließlich aufbrechen – Andi drückt seinen Autoschlüssel Mira in die Hand, die die ganze Zeit an ihrem Orangensaft genippt hat – stellt sich für Mathias und mich die Frage, wer von uns beiden weniger betrunken ist. Dank meines Mittagessens fällt die Wahl auf mich und so versuche ich jetzt, auf dieser Schotterpiste (denn natürlich führt in das Bergdorf keine normale Straße) den Anschluss an Mira nicht zu verlieren, die ihren Geländewagen elegant um die Kurven und Schlaglöcher steuert. Im Dorf angekommen parken wir direkt vor dem Restaurant, dem – Überraschung – das WLAN gerade ausgefallen ist. So langsam wird immer deutlicher, dass Andi nicht nur rein äußerlich durch und durch Balkan-Style ist.

Wir setzen uns ins Restaurant und Mathias muss drei weitere Schnäpse trinken, während Andi seine persönlichen Taten und Errungenschaften preist und Mira mir Fotos von ihren Enkelkindern zeigt. Mit halbem Ohr höre ich zu, wie Andi dem glasig dreinblickenden Mathias erklärt, der Schnaps, den er gerade trinke, werde kubikliterweise nach Frankreich exportiert, weil er so herausragend gut sei, er selbst entwickle in Graz das Auto der Zukunft („Das fährt mit Luft!“) und sei außerdem einer der führenden Köpfe von Putins Nachtwölfen, was ein Aufkleber auf seinem Handy beweisen soll. Wenn das stimmt, schießt mir kurz durch den Kopf, ist der Typ wahrscheinlich ein Verbrecher und wir sollten schleunigst hier weg. Aber dann fällt mir wieder ein, wo wir uns befinden und da ich auf jahrelange Erfahrungen mit dem bosnischen Hang zu Übertreibungen zurückgreifen kann, beruhige ich mich schnell wieder. Ich nehme mir trotzdem vor, unseren Gastgeber nicht in politische Gespräche zu verwickeln.

Letztendlich parken wir den Bus hinter Andis Haus in der Wiese. Das versprochene WLAN entpuppt sich als das des Nachbarn und während Mathias Andi und seinem Kumpel beim Reparieren eines Motorrollers hilft, klebe ich am Gartenzaun und versuche, genug Signal einzufangen, um einen Text inklusive Foto abzuschicken. Aus den Augenwinkeln sehe ich dabei, wie der Kumpel die Schnapsflasche auspackt. Der Motorroller wird heute vermutlich nicht mehr repariert.

Der Mann in der Unterhose

Der Mann ist nur mit einer Unterhose bekleidet. Einer alten und schäbigen, leicht gelblichen noch dazu. Sie sitzt ziemlich eng, schneidet an den Hüften ein und über den Bund schwabbelt vorne eine ordentliche Wampe. Er lässt sich schwitzend neben mir auf der Bank nieder und sagt nur drei Worte: „Ranger. Passport. Money.“ Mathias und ich sehen uns fragend an. „Sorry?“ frage ich, an den Mann gewandt. Er macht uns dann mit Händen und Füßen und wenigen englischen Ausdrücken klar, dass wir im Begriff sind, die bosnisch-montenegrinische Grenze zu überqueren und dass er daher gern unsere Pässe sehen sowie von jedem einen Euro Eintrittsgebühr kassieren würde. Wir haben in diesem Moment weder das eine noch das andere dabei. Als wir heute morgen zu unserer Wanderung im Sutjeska Nationalpark aufgebrochen sind, war uns nicht klar, dass sich das Ziel, ein Bergsee am Fuße des Maglic, des höchsten Berges Bosniens, bereits in Montenegro befindet. Außerdem sieht der Mann in seiner angegammelten Unterhose nicht so aus, als ob er in irgendeiner Weise befugt wäre, Pässe oder Eintrittsgelder zu verlangen und für einen Nationalparkranger ist er nicht entsprechend gekleidet. Soweit wir das beurteilen können, betreibt er einfach nur eine kleine Kafane am Ufer des Trovacko Jezero und wurde von uns gerade dabei gestört, mit einer Motorsäge bei 30 Grad Holz zu sägen. Wir erklären ihm, dass wir kein Geld und keine Pässe dabei haben und schlagen vor, ein entsprechendes Hinweisschild am Wanderparkplatz aufzustellen. Er zuckt nur mit den Schultern und geht zurück zu seiner Motorsäge. Da uns niemand mehr aufhält, reisen wir illegal nach Montenegro ein, machen es uns am Ufer des Trovacko Jezero bequem und schwimmen ein paar Runden. 

Der heutige Tag hat bereits merkwürdig begonnen. Als ich morgens den Kopf aus dem Bus gestreckt habe, war Mathias im Gespräch mit einem völlig aufgelösten Schweden mit offenem Hosenstall. Er hat in den Hütten oberhalb des Parkplatzes übernachtet, auf dem unser Bus steht (danke an den echten Ranger, dass wir hier übernachten durften und nicht auch in die Hütten ziehen mussten). Er sei heute Nacht von einem Eichhörnchen terrorisiert worden, erzählte der Schwede Mathias gerade. Um 4 Uhr morgens habe es ihn zu Tode erschreckt, indem es ihm auf die Brust gehüpft sei. Außerdem habe es sein Obst gefuttert und auf seine Softshelljacke gepinkelt. Weil er dann ohnehin schon wach war, hat er sich auf die Wanderung zum Gipfel des Maglic gemacht, unterwegs aber den Pfad verloren und ist orientierungslos im Gelände herum gekraxelt. Als ihm dann sein Rucksack zehn Meter weit den Berg herunter gerutscht sei, habe er sich gedacht „fuck it“ und die Wanderung abgebrochen. Mit dem Satz „I’m too tired to socialize, sorry“ ist er dann in Richtung See davon gestürmt, dicht gefolgt von einigen größeren Wandergruppen. 

Der falsche Ranger in seiner Unterhose passt somit wunderbar zu diesem schrägen Tag. Da er uns kein Geld aus der Tasche ziehen konnte, scheint er mittlerweile beschlossen zu haben, uns zumindest ordentlich den Aufenthalt zu verderben. Seine Motorsäge läuft pausenlos, und da der See in einem Kessel liegt, umgeben von hohen Bergwänden, fährt einem das Geräusch durch Mark und Bein. Wir halten uns daher nicht länger als nötig auf und treten gleich nach dem Baden den Rückweg an. Als wir (ebenso illegal) zurück nach Bosnien einreisen, treffen wir den Schweden wieder, dessen Laune sich deutlich gehoben hat (dessen Hosenstall aber immer noch weit offen steht). Während wir durch die Wälder von Sutjeska zurück wandern, frage ich mich, für wen dieser Vormittag wohl sonderbarer gewesen ist und ob der Unterhosen-Mann auch dann Holz sägt, wenn keine Wanderer in der Nähe sind. Da wir heute den Sutjeska verlassen – vor uns liegen 20 Kilometer Schotterpiste – werden wir es nicht mehr herausfinden. Aber Motorsägen ist in Bosnien ohnehin Volkssport, und egal, wo wir heute Nacht schlafen werden: Das nächste Fichtenmoped ist bestimmt nicht weit.

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