Elektrik im T5-Camper

Für die meisten Busbastler ist die Elektrik im Campingbus eine der größten Hürden. Als wir unseren Busausbau geplant haben, war uns eines besonders wichtig: Der Bus muss autark werden, damit wir überall stehen bleiben können, wo es uns gefällt.

Die gesamte Elektrik umfasst folgende Bestandteile:

  • Solaranlage
  • Laderegler
  • Wechselrichter
  • 230V Vorrangschaltung
  • Trennrelais
  • 2 x AGM Batterie
  • Kühlschrank
  • Standheizung
  • Beleuchtung

 

Solaranlage

Wir haben eine Solaranlage mit 200 Watt verbaut, mit der wir zwei AGM Batterien laden, um genügend Strom für die Beleuchtung des Innenraums, das Laden unserer elektronischen Geräte, den Kühlschrank und die Standheizung zu haben. Für zwei Mal 100 Watt monokristalline semiflexible Solarpaneele haben wir uns aus mehreren Gründen entschieden:

  • Sehr flach und biegsam – weniger Windwiderstand
  • monokristallin – bessere Ausbeute
  • weniger Gewicht

 

AGM Batterien

Unser Wagen verfügt über insgesamt drei Batterien. Eine vom Fahrzeug selbst und zwei Board-Batterien im Innenraum, d.h. wir haben eine Kapazität von ca. 180 Ah (Ampere Stunden)

Aufbau der Batterien – Absorbent Glass Mat (AGM)
Wir haben diese Batterie wegen ihrer vielen Vorteile gewählt:

  • relativ Günstig
  • man kann sie lageunabhängig einbauen (kann nicht auslaufen)
  • rüttelfest (das ständige fahren auf schlechten Straßen)

 

Laderegler

Ein Laderegler wird für die Solaranlage benötigt um:

  • die Batterien mit der richtigen Ladespannung zu versorgen
  • die Batterien, wenn sie voll sind, nicht zu überladen

 

Wechselrichter

Der Wechselrichter dient nur einem Zweck, und zwar macht wandelt er 12/24V in 230V um.

Wechselrichter gibt es in den verschiedensten Leistungsklassen. Wir haben einen eher kleinen verbaut, welcher uns maximal 375W oder auch VA liefert.

Er ermöglicht es, uns Geräte wie zuhause an eine Steckdose anzuschließen und zu betreiben. Das bedeutet, wir laden eigentlich nur unsere Laptops und Kameraakkus über den Wechselrichter. Kleinere Geräte, wie Handys, laden wir über unseren separaten USB- Anschluss. Man sollte aber bedenken, dass der Einsatz dieses Wechselrichters sehr viel Energie vom Akku beansprucht.

 

230V Vorrangschaltung

Zusätzlich haben wir auch die Möglichkeit, mit unserem Bus ganz klassisch per Stecker ans Netz zu gehen, um z.B. von einem Campingplatz Strom zu entnehmen. Damit wir nicht immer hin und her schalten müssen, haben wir eine Vorrangschaltung eingebaut.

Die Netzvorrangschaltung, wie sie auch genannt wird, sorgt dafür, dass der Strom, wenn möglich immer aus dem Netz entnommen wird. Es gibt zwei Eingänge und einen Ausgang. Am Ausgang hängen die Steckdosen, in die wir unsere Geräte einstecken. Am ersten Eingang, welcher oft Master genannt wird, wird der Campingplatz angeschlossen. Am zweiten Eingang, welcher oft Slave genannt wird, hängt der Wechselrichter, der von der Batterie gespeist wird.

Die Vorrangschaltung erkennt, dass Strom am ersten Eingang (Master) anliegt, schaltet, und liefert zu den Steckdosen nur noch den Strom vom Campingplatz und nicht mehr vom Wechselrichter, was sonst die Batterien unnötig leer saugen würde.

Steckt man die Stromversorgung vom Campingplatz aus, erkennt das die Vorrangschaltung ebenfalls und schaltet zum zweiten Eingang um. In diesem Fall werden die Steckdosen wieder über den Wechselrichter, also die Batterien, gespeist.

 

Trennrelais

Das Trennrelais ist dafür da, um die Lichtmaschine mit den Board-Batterien zu koppeln. Somit wird während der Fahrt nicht nur die Batterie vom Wagen, sondern auch die Batterien für den Innenraum geladen.
Unsere Relais hat aber noch eine spezielle Vorrichtung integriert. Sollte es, beispielsweise im Winter, passieren, dass der Wagen aufgrund einer leeren oder schwachen Batterie nicht mehr startet, können wir durch einen Schalter alle Batterien miteinander verbinden. Das heißt, wir können unseren Wagen mit den Board-Batterien starten, was uns im Winter und weit ab der Zivilisation viel Sicherheit gibt.

 

Kühlschrank

Ohne Kühlschrank sind wir natürlich nicht unterwegs! Wir haben uns für einen Kompressor-Kühlschrank entschieden, der mit 12 und 230 Volt betrieben werden kann. Er ist super sparsam und macht fast kein Geräusch.
Auch bei Außentemperaturen von +40 Grad kann er seinen Inhalt auf unglaubliche -21 Grad herunterkühlen!

 

Standheizung

Auch eine Standheizung war ein absolutes Muss für einen autarken Camper. Wir haben uns für eine Dieselstandheizung der Marke Autotherm entschieden. Damals hieß sie noch Planar 2D, mittlerweile kennt man sie als Autotherm Air 2D.

Sie entnimmt zum Heizen Diesel aus unserem Haupttank. Total praktisch: Wenn der Bus betankt ist, ist es die Standheizung auch. Wir haben sie fest an der Unterseite des T5 verbaut und durch verschiedene Ausschnitte durch die Karosserie nach innen geleitet.

2D steht für 2kW- Heizleistung, was mit einem handelsüblichen Heizstrahler auf beinahe Volllast zu vergleichen ist. Diese Heizleistung reicht für uns vollkommen und ermöglicht es uns, an einem eisigen Wintertag in Skandinavien in unserem warmen Bus zu sitzen.

 

Beleuchtung

Gehört auch zur Elektrik im Campingbus: Die Beleuchtung. Aber Beleuchtung ist nicht gleich Beleuchtung. Denn fast alle Innenräume der gängigen Fahrzeughersteller werden von einer derzeit schon völlig veralteten Technik erhellt.
Die klassische Glühbirne hat einen Wirkungsgrad von fünf Prozent!

Das heißt, fünf Prozent werden in Licht umgewandelt, der Rest in Wärme. Da wir lieber mit der Standheizen heizen als mit unserem Innenraumlicht haben wir uns für die äußerst stromsparenden LEDs entschieden. Es gibt sie in jeglicher Bauform: Als Glühbirne mit E27 Gewinde, als T10 für die Sockel der Innenraumlichter, aber auch ganz praktisch als LED- Band. Diese Bänder besitzen kleine LED-Bausteine auf einer selbstklebenden Folie, die man auch beliebig mit einer Schere kürzen kann (meistens in zehn-Zentimeter-Abschnitten). Solche Lichtbänder haben wir in Warmweiß 2900k (Kelvin) verbaut und sind bis jetzt wirklich sehr zufrieden damit.

Sie sind super hell und brauchen im Vergleich zur Lichtausbeute sehr wenig Strom.